Rhein-Sieg-Anzeiger vom 23. November 2014: Talente setzen sich in Szene

Die Chorgemeinschaft Germania Siegburg lockte ein vielfältiges Publikum zu ihrem Herbstkonzert in die Rhein-Sieg-Halle in Siegburg. Das dargebotene Spektrum war beeindruckend, so dass das Publikum es mit stehenden Ovationen lobte.  Von Peter Lorber

Für den achtjährigen Paukisten Gabriel Ubber gab es Sonderapplaus. Foto: Peter Lorber

Für den achtjährigen Paukisten Gabriel Ubber gab es Sonderapplaus. Foto: Peter Lorber

Siegburg. Jungen Talenten ein großes Forum zu bieten, sei von jeher Bestreben der Chorgemeinschaft Germania Siegburg, sagte Pressebeauftragter Hans Bargon. Etwa mit den „Junge Stimme“-Konzerten, bei denen Gesangstalente der Kölner Musikhochschule ihr Können präsentieren. Für ihr Herbstkonzert in der Rhein-Sieg-Halle hatten die Germania-Verantwortlichen die „Junge Symphonie Siegburg“ der Engelbert-Humperdinck-Musikschule eingeladen. Germania-Präsident und Bürgermeister Franz Huhn würdigte das Bündnis vor dem Hintergrund der 950-Jahr-Feier Siegburgs, für die der Chor mit diesem Konzert „seinen“ Beitrag leisten wollte.

Melodienreichtum und Schönheit der Musiken waren jedenfalls des Festkonzerts ebenso würdig wie die ausverkaufte Halle. Der Gratulation schloss sich der Troisdorfer Frauenchor „Furore“ an, womit ein facetten- und kontrastreiches Programm gegeben war. Das Gesamtpaket zog zudem ein anderes als das gewohnte Chorpublikum an, viele junge Menschen waren auszumachen. Die Orchester-Fans zeigten sich überrascht, wie vielfältig Chorgesang sein kann, die Sängerinnen und Sänger indes profitierten vom frischen Enthusiasmus, der bisweilen in für Rockkonzert übliche Ovationen mündete. Besonders freilich nach den Beiträgen der Jungen Symphonie, die klassisch-seriös mit dem „Radetzky-Marsch“ begann, dem später ein forscher „Banditen-Galopp“ folgte. Diesen hatte Dirigentin Ubber ebenso sorgfältig vorbereitet wie in der zweiten Hälfte das „James-Bond-Medley“ und vor allem das hymnische „Fluch der Karibik“. In Szene setzten sich hier der achtjährige Dirigentinnen-Sohn Gabriel und die Flötistin Antje Palm mit kurzen Solo-Einlagen.

Intensive Gestik und Emphase

Der Gastgeber setzte entsprechend der Konzert-Losung „Melodien aus Film und Operette“ zunächst auf Zeller („Grüß euch Gott“) und Lehar („Ach, die Weiber“) sowie einen eingängigen Walter-Koll-Block („Untern Linden“, Was eine Frau im Frühling träumt“), bei dem Chorsolist Klaus Lüdke punktete. Als Kompliment an die ganz Jungen durfte der von den „älteren“ Germania-Semestern intonierte Block aus Kinder-Liedern („Biene Maja“, „La-le-lu“, „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“) aufgefasst werden. Doch hatten es die Stücke mit ihrer eigenwilligen Rhythmik und einigen polyphonen Elementen in sich. Mit intensiver Gestik und Emphase führte Musikdirektor Stefan Wurm seine 60 Herren glaubhaft durch die optimistischen Botschaften. Wolfram Kastorp hatte mit seinen „Furore“-Damen romantisch-farbenglühende Literatur mitgebracht. Viele der wundervollen Stücke („Ach ich hab in meinem Herzen“, „What a wonderful World“), hatte der Dirigent arrangiert. Auch das „Raumschiff Enterprise“-Thema, dem die Frauen das „sphärische“ Bild verliehen. Natürlich hatten es die Chöre gegenüber dem Orchester hinsichtlich des Klangvolumens schwer, gleichwohl war auch in den hinteren Reihen der Musikgenuss gegeben. Da brauchte man sich beim von allen Protagonisten angestimmten „Fliegermarsch“ und Humperdincks „Abendsegen“ nicht zu sorgen, herrschte doch jetzt eine Klangstärke, die körperlich wahrnehmbar war.

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