Chorverband NRW online vom 23. November 2014: Wunderschönes Konzert zum 950. Stadtgeburtstag

Der Troisdorfer Frauenchor „Furore“ war nach Siegburg gekommen, wo die Chorgemeinschaft „Germania“ Siegburg ihr Herbstkonzert in der ausverkauften Rhein-Sieg-Halle dem 950. Geburtstag der Kreisstadt widmete. Darüber freute sich Bürgermeister Franz Huhn, der einen gewissen Stolz für seine Troubadoure nicht verhehlte. Zum Auftakt intonierte die von Ulrike Ubber überzeugend dirigierte „Junge Symphonie Siegburg“ den unverwüstlichen Radetzky-Marsch von Johann Strauß (Vater), mit dem dieser dem Feldmarschall ein musikalisches Denkmal gesetzt hat, wie der launige Moderator Helmut Jäger erzählte. Der Operettenkönig Johann Strauß (Sohn) und dessen „Banditen-Galopp“ versetzte dann das begeisterte Publikum von der Donau an die Seine. Die nostalgischen Bühnenbilder aus den Operettenmetropolen Wien, Paris und Berlin (per Beamer auf eine Leinwand projiziert) belebten das Konzert. Die Bläser und Streicher überzeugten durch ihr differenziertes Zusammenspiel und bewiesen beim „Fliegermarsch“ von Hermann Dostal ein ebenbürtiges Miteinander mit den Chören. Spielten sich die hellwachen Symphoniker/innen (unter ihnen auch ehemalige Schüler der Humperdinck-Musikschule Siegburg) in die Herzen der vielen Besucher, so gilt das genauso für die Chorgemeinschaft unter Stefan Wurm und den Frauenchor, der von Wolfram Kastorp geleitet wurde.
Die Dirigenten führten die Singstimmen, die mit sehr guter Artikulation und Phrasierung agierten und sich ausgesprochen sicher in den Stimmübergängen und der dynamischen Gestaltung zeigten, über alle stimmlichen Hürden. Ein einhelliges Lob verdienten sich zudem das Furore-Soloterzett und Chorbariton Klaus Lüdke („Was eine Frau im Frühling träumt“), die einfühlsamen Klavierbegleiter Heinz-Dieter Paul (Germania) und Frank Hoppe (Furore) sowie Wolfram Kastorp, der in Eddy Rheins „Exodus“ das Baritonsolo gestaltete und mehrere Chorstücke gekonnt arrangiert hatte. Die beliebten Melodien wie „Grüß euch Gott“ (Carl Zeller), „Ach, die Weiber“ (Franz Lehár), das von Willy Parten (Pseudonym für Willy Trapp) arrangierte Operetten-Potpourri („Wir hören Walter Kollo“) und die anrührenden Interpretationen von „Ach ich hab in meinem Herzen“ (Norbert Schultze), „Küss mich, halt mich, lieb mich“ (Karel Svoboda), „The rose“ (Amanda McBroom) oder „What a wonderful world“ forderten vor der Pause sogar Bravorufe heraus. Im zweiten Konzertteil widmete sich das Orchester dem Piratenfilm „Fluch der Karibik“ und dem Superagenten James Bond, während sich die „Germania“ dem Zeichentrickfilm-Medley „In einem unbekannten Land“ und den nostalgischen Filmtiteln „Musik, Musik, Musik“ (Peter Kreuder) und „Irgendwo auf der Welt“ (Werner Richard Heymann) verschrieb. Die Sängerinnen vertieften sich dagegen in die Filmmelodien „Lili Marleen“ (Trompete: Dominik Atz), „Lara´s Lied“, „Moon river“, „Star trek“ oder „I will follow him“, ehe die fesselnde Hymne „Exodus“ ein wunderschönes Konzert ausklingen ließ.
Walter Dohr

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